Artenschutz

Die vom Landesamt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden Württemberg (LuBw) im November 2013 kartierten Standortdaten für Rotmilanbrutplätze werden weder in der Begründung noch im Umweltbericht berücksichtigt. Die nachweislich vorkommenden Brutpaare stellen einen Verbotstatbestand aus Artenschutzgründen dar. Die Lage zum Europäischen Vogelschutzgebiet „Federseeried“ (im Radius 6 km) und die Position mitten im Flugkorridor zu diesem fehlt ebenso, wie die Bewertung des Fledermausvorkommens. Die Tabelle 12 (S. 31 der Begründung) zur Bewertung der Konfliktstärke muss deshalb beim Arten- und Naturschutz auf rot (hoch) gesetzt werden (S. 15 Um-weltbericht + S. 29 der Anlage).


Erläuterung

Der Rotmilan zählt zu den besonders geschützten, windkraftempfindlichen Vogelarten.

1. Rotmilanbrutplätze

Definition der Kriterien in der Begründung:

 

Urteil in der von der Stadtverwaltung vorgelegten Begründung


Die Kartierung des Rotmilan Brutvorkommens ist im Nov. 2013 veröffentlicht worden:


Zitat aus o.a. Homepage:

"Die mit Windkraftplanungen und -genehmigungen befassten Behörden, Kommunen, Regionalverbände sowie sonstigen Planungsträger können bei der LUBW zusätzlich zu den hier dargestellten Übersichtskarten von Milanen und Kormoran-Brutkolonien - soweit vorhanden - auch genaue Punktdaten abfragen. Diese sensiblen Daten werden aus naturschutzfachlichen Gründen nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und bedürfen einer schriftlich abzuschließenden Nutzungsvereinbarung. Die Anfragen sind an Artdaten.Windenergie@lubw.bwl.de zu richten. An diese Adresse können auch Fragen zu den hier dargestellten Daten gerichtet werden. Anfragen bezüglich vorhandener Punktdaten zu Wanderfalkenbrutvorkommen sind an die AGW unter folgender Kontaktadresse zu richten: data@agw-bw.de."

In dieser Kartierung sind zwei Brutplätze im bzw. angrenzend an das Vorranggebiet dokumentiert. Also ist die Aussage in der Begründung falsch.

 

Im April 2013 wurden am Schellenberg 33 Rotmilane in einem Bild dokumentiert, lesen Sie dazu "Rotmilan".


2. Fauna-Flora-Habitat (FFH) Gebiet Federsee

Der Zugkorridor von geschützten Vogelarten zum FFH Gebiet Federsee (in Abbildung links blau schraffiert) wurde in der Begründung nicht aufgenommen.

 

Quelle der Darstellung Zugkorridor (links): Regionalverband Donau Iller

Download
Lesen Sie dazu die Stellungnahme des NABU Naturschutzzentrum Federsee vom 28.01.2015
Stellungnahme FNPl NABU.pdf
Adobe Acrobat Dokument 1.3 MB

Die Ausdehnung des FFH-Gebietes sehen Sie rechts (Quelle: Daten- und Kartendienst der LuBw).


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